Eigenschaften der Rasse
Der Saarlooswolfhund ist eine faszinierende und außergewöhnliche Hunderasse, die nicht nur durch ihr wolfsähnliches Aussehen, sondern vor allem durch ihren besonderen Charakter beeindruckt. Ursprünglich gezüchtet, um die natürlichen Instinkte des Wolfes mit der Zuverlässigkeit des Hundes zu verbinden, ist diese Rasse nichts für jedermann – aber für die richtige Person ein loyaler und tief verbundener Begleiter.
Ursprung
Allgemeine Erscheinung
Der Saarlooswolfhund ist ein großer, kräftiger Hund mit einem sehr wolfsähnlichen Aussehen. Er hat ein dichtes, wetterfestes Fell, meist in Farben wie wolfsgrau, weiß oder wildfarben. Die Augen sind mandelförmig und bernsteinfarben, der Körperbau ist sportlich, aber nicht übertrieben muskulös. Er wirkt eher natürlich und elegant, weniger wie ein klassischer Gebrauchshund. Rüden erreichen bis zu 75 cm Schulterhöhe, Hündinnen etwas weniger.
Gesundheit
Wie jede Hunderasse hat auch der Saarloos rassespezifische Krankheiten, auf die bei der Zucht besonders geachtet und selektiert werden muss!
Für die meisten Krankheiten ist vorab ein Gentest möglich! Züchter sollten darauf achten das beiden Elterntieren vor der Verpaarung die nötigen Gesundheitstests vorliegen. Es ist wichtig das keine betroffenen Hunde miteinander verpaart werden (also kein „Träger x Träger“ bzw „betroffen x Träger“ oder gar „betroffen x betroffen“), nur freie und gesunde Tiere sollten zur Zucht eingesetzt werden, um einen Krankheitsbefall unter den Welpen ausschließen zu können.
Achten Sie bei der Auswahl ihres Züchters immer darauf ob die nötigen Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere erfolgt sind und lassen Sie sich diese zur Sicherheit vorlegen! Nur dann kann garantiert werden das Ihr Welpe nach bestem Wissen gezogen wurde.
Ernährung
Hunde stammen vom Wolf ab und sind somit Jäger. Entsprechend sieht ihr Speiseplan in freier Wildbahn aus:
- ganze Beutetiere
- deren Darminhalt
- Pflanzen, Beeren und Früchte
„Grundsätzlich brauchen Hunde ein ausgewogenes Verhältnis von etwa 25 verschiedenen Nähr- und Vitalstoffen, Insbesondere hochverdauliches Eiweiß für Wachstum, Muskulatur und Stoffwechsel sowie Kohlenhydrate und Fette als Energielieferanten„, erklären Ernährungsexperten.
Rohes Fleisch
Proteine, Fette, Mineralien, Vitamine und Wasser werden durch das rohe Fleisch angeboten. Grundsätzlich können Rind/Kalbfleisch, Geflügel (keine Angst vor Salmonellen), Fisch, Wildfleisch, Ziege oder Schaf gefüttert werden. Fische enthalten zum Beispiel viele essentielle Fettsäuren (Omega 3 /6 Fettsäuren etc.). Ebenso ist Geflügelfleisch reich an essentiellen Fettsäuren.
Blut: wertvolles Schlachtprodukt, das unter anderem hochwertiges Eiweiß, Eisen, nahezu alle Vitamine und Natrium enthält, also die Abtropfflüssigkeit beim Auftauen von Fleisch immer mit füttern!
Innereien: Leber und Niere sind sehr eiweißreich und recht mager, allerdings beinhaltet besonders die Leber recht schwerverdauliche Glykogene, der Calciumgehalt ist niedrig, dafür aber der Vitamin-A-Gehalt recht hoch. Auch Kupfer, Eisen, B-Vitamine und Biotin sind reichlich enthalten – größere Lebermengen können abführend wirken, da das schwerverdauliche Glykogen mikrobiell im Dickdarm zerlegt wird. Eine wöchentlich einmalige Fütterung sollte bestens ausreichen, da eine Überfütterung gerade wegen des hohen Vitamin-A-Gehaltes nicht ungefährlich wäre, die Inhaltsstoffe aber doch so gehaltvoll sind, dass ein Verzicht auch ein Verlust wäre.
Mägen von Wiederkäuern (Kuh, Schaf): sind wegen des vorverdauten Grases (besonders Blättermagen und Pansen) sehr vitaminreich, anscheinend schmackhaft, und äußerst für die Fütterung zu empfehlen. Zwar dreht sich einem anfangs der Magen um beim Gestank, der sich einem bei der Zerschneidung eines Blättermagens bietet, allerdings hat sich bisher noch jeder Barfer daran gewöhnt…
Schlachtabfälle (Ohren, Flechse, Lunge, Euter etc.): sind eher minderwertige Schlachtabfälle und sind in der Aminosäure-Zusammensetzung eher ungünstig und nicht so leicht verdaulich. Die Milz hat zwar einen erhöhten Eisengehalt und ein Euter kann sicherlich wegen Milchrückständen Calcium enthalten, doch sind weder viele Vitamine noch Mineralstoffe enthalten, so dass ich die Fütterung niemals für notwendig befunden habe – einzig getrocknete Lunge als Leckerchen, oder frische Lunge als nährstoffarmer Diätfüllstoff erscheinen uns sinnvoll, aber das kann jeder für sich entscheiden.
Fisch (wie Seelachs, Lachs, Sardinen etc.): enthalten zwar viele essentielle Fettsäuren und Jod, wertvolle Vitamine, allerdings sind die meisten Fische sehr fett. Jedoch sollte Fisch nicht zu häufig gefüttert werden, da Thiaminasen (Enzyme, die Vitamin-B1 spalten) enthalten sind und manche Fische auch Parasitenzwischenformen und Bakterien enthalten, die unseren Hunden allerdings noch nie geschadet haben! Wichtiger ist, dass Trimethylamin inaktiviert wird und dass diese Hemmung bei Dauerfütterung eine Blutarmut verursachen kann. Einmal die Woche Fisch reicht vollkommen und schadet nicht!
Knochen
Sehr wichtig bei der rohen Fütterung sind die Knochen. Knochen sind nicht nur nützliche Zahnputzer, im Gegenteil, sie enthalten lebenswichtige Stoffe, Eisen, Fett, Mineralien, Enzyme und natürlich Calcium für ein gesundes Knochengerüst. Abhängig von der Größe des Hundes können auch härtere Knochen verfüttert werden, die komplett aufgegessen werden sollten. Ideal sind Rinderknochen von der Brust, Geflügelknochen (Keine Angst vor Geflügelknochen), Hühnerhälse, Lammbrust/-beine, Kniegelenke, Ziegen- oder Schafslammgerippe, Kalbsknochen, Kaninchenknochen, Fische mit Gräten (Keine Angst vor Gräten an Fischen) etc.
Rinderknochen (Brustknochen) sind sehr gut verdaulich, enthalten allerdings meist weniger essentielle Fettsäuren. Ochsenschwanz, Rippen und Kniegelenke sind sicherlich des Öfteren eine willkommene Abwechslung.
Kehlköpfe und Luftröhre sind gute Knorpelteile, die jedoch leicht zu Durchfall führen können.
Knochen abnagen ist dazu nicht nur gesund, sondern stärkt auch noch das Gebiss, reinigt die Zähne, beansprucht die gesamt Kopf- und Nackenmuskulatur und ist eine sinnvolle Beschäftigung die allen Hunden großen Spaß macht! Durch das langsamere Abnagen kann der Magen sich sozusagen auf die Verdauung vorbereiten und anders als bei komplett geschlungener Nahrung kann das Gehirn auch den Befehl geben, dass der Organismus nach einiger Zeit gesättigt ist.
Wichtig!!! Knochen niemals kochen, braten, grillen oder in irgendeiner Form erhitzen, da sich die Knochenstruktur ändert (auch niemals in der Mikrowelle erwärmen). Sind rohe Knochen ungefährlich und voll verdaulich, bewirkt das Erhitzen in erster Linie ein Denaturieren sämtlicher Vitamine und Nährstoffe und verändert die vorher verdauliche Knochenmasse in ein schwer verdauliches Gemenge, das zu Durchfällen, Verstopfung, bei Hühnerknochen zu Darmverletzungen durch Splittern und vielen unangenehmen Nebenwirkungen führen kann. Also Knochen immer roh!
Getreide ist kein MUSS, jedoch gehört es zur modernen Fütterung oft dazu. Liest man die Deklarationen der einzelnen Fertigfuttermittel, so steht hier zu fast 80% Getreide, oder was davon noch übrig ist, an erster Stelle.
In der Rohernährung KANN, muss aber kein Getreide in Form von Reis, Nudeln, vorgequollenen Hirse- oder Haferflocken usw. gefüttert werden.
Wir verzichten bei der Fütterung unserer Saarlooswolfhonde auf die Gabe von Getreide!
Charakter
Der Saarlooswolfhund ist ein sehr ursprünglicher und zurückhaltender Hund, der stark auf sein Rudel – also seine Bezugsperson(en) – geprägt ist. Gegenüber Fremden ist er meist distanziert oder sogar scheu, was kein Zeichen von Angst, sondern ein Ausdruck seiner inneren Vorsicht ist.
Er ist loyal, ruhig und sensibel, zeigt aber keine Unterwürfigkeit. Wer sein Vertrauen gewinnt, erhält einen ehrlichen, tief verbundenen Gefährten, der seine Zuneigung still, aber intensiv zeigt.
Temperament: Saarlooswolfhonden sind wachsam, aber keine typischen Schutz- oder Wachhunde – sie schlagen nicht unnötig Alarm. Ihr Temperament ist ruhig, aber nicht passiv. Sie lieben Bewegung und lange Spaziergänge in der Natur, sind aber keine Hunde für hektische oder laute Umgebungen. Im Alltag wirken sie oft beobachtend und abwartend, statt fordernd oder hektisch.
Erziehbarkeit: Diese Hunde sind intelligent, aber sehr eigenständig. Sie hinterfragen Kommandos und handeln oft aus Instinkt statt Gehorsam. Klassische Erziehungsmethoden funktionieren bei ihnen kaum – mit Druck oder Härte erreicht man eher Rückzug. Stattdessen brauchen sie Vertrauen, Geduld und eine ruhige, konsequente Führung. Sie lernen gut durch positive Erfahrungen, aber in ihrem eigenen Tempo.
Sozialverhalten: Mit anderen Hunden zeigen Saarlooswolfhonden in der Regel ein freundlich-distanziertes Verhalten, können aber bei unsicherer Führung auch ausweichend oder angespannt reagieren. Innerhalb ihrer Familie sind sie eng verbunden, außerhalb eher zurückhaltend oder neutral.Mit Kindern, Katzen oder anderen Tieren kann das Zusammenleben funktionieren, wenn sie früh und respektvoll daran gewöhnt werden. Wichtig ist, dass sie genügend Rückzugsorte haben. Es kann trotzdem immer zu Unfällen kommen, vor allem mit kleinen Haustieren, wenn nicht aufgepasst wird.
Jagdtrieb: Ein gewisser Jagdtrieb ist vorhanden, vor allem in Bezug auf sich schnell bewegende Tiere. Dennoch ist der Saarloos kein „Killer“, sondern ein Beobachter, der seine Umwelt mit Vorsicht und Interesse wahrnimmt. Der Rückruf kann in jagdnahen Situationen schwerfallen, weshalb Freilauf nur in sicherem Gebiet empfohlen wird.
Bewegungsdrang: Diese Hunde sind ausdauernde Läufer. Sie brauchen nicht ständig Action, aber tägliche, ausgedehnte Spaziergänge sind Pflicht. Ein Garten ist hilfreich, ersetzt aber nicht die Bewegung draußen. Sie lieben die Natur, Wald, Wiesen und freie Flächen – lange, ruhige Ausflüge statt Ballspielen.
Im Alltag ist der Saarloos oft unsichtbar präsent – er liegt gerne still in der Nähe seiner Bezugsperson, beobachtet, hört zu. Er sucht keinen ständigen Körperkontakt, braucht aber emotionale Nähe. Viele Saarloos sind stille Begleiter, die nicht durch Lautstärke, sondern durch Präsenz auffallen.